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Verdammte Gay Schwuchteln

homo.net Info vom 24. April 2025
von Webmaster Jan

 

Der Papst ist tot. Was von seinem Pontifikat am deutlichsten in Erinnerung bleibt, ist sein scheinbar völlig willkürlicher Umgang mit Schwulen in der Kirche. Wie kam es dazu?

Argentinien hat 2010 als erstes Land Lateinamerikas die Ehe landesweit für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet. Der Jesuit Jorge Mario Kardinal Bergoglio (1936 - 2025) war damals das Oberhaupt der katholischen Kirche Argentiniens. Er sprach von einer „Initiative des Teufels“.

Nein, unser Freund war er nicht, der drei Jahre später zum Papst Franziskus gewählt wurde. Und dann sorgte er gleich in seinem ersten großen Interview für Furore: „Wenn einer Gay ist und den Herrn sucht und guten Willens ist - wer bin dann ich, ihn zu verurteilen?“ Dieser Satz schlug ein wie eine Bombe. Wollte er die Kirche wirklich reformieren und öffnen? Ihre völlig absurde, jahrtausendealte Sexualmoral dem 21. Jahrhundert anpassen?

Mitnichten, wie wir heute wissen. Lesen wir das Interview von damals noch einmal genau. Es wurde gefragt, wie Seine Heiligkeit die ganze Sache mit der Gay-Lobby zu handhaben gedenke.

Darauf Franziskus: „Ach, es wird so viel über die Gay-Lobby geschrieben. Ich glaube, wenn jemand sich einem solchen Menschen gegenüber sieht, muss er das Faktum, ‚gay‘ zu sein, von dem Faktum unterscheiden, daraus eine Lobby zu machen. Denn die Lobbys - alle Lobbys - sind nicht gut. Wenn jemand Gay ist und den Herrn sucht und guten Willens ist - wer bin dann ich, ihn zu verurteilen?“

Er kommt zu dem Schluss: „Lobby der Geizhälse, Lobby der Politiker, Lobby der Freimaurer - so viele Lobbys. Das ist für mich das schwerwiegendere Problem“. Endlich ein Satz, den auch wir voll und ganz unterschreiben können.

Irgendwann verraten sich eingefleischte Schwulenhasser dann doch: „Nei seminari c’è già troppa frociaggine“ - „In den Seminaren gibt es schon zu viele verdammte Schwuchteln“, entfuhr es Papst Franziskus am 20. Mai 2024, als es um die Aufnahme homosexueller Männer in die Priesterseminare ging.

Das Treffen fand im Rahmen der Jahrestagung der italienischen Bischofskonferenz im Vatikan statt. Viele der rund 200 anwesenden italienischen Bischöfe fühlten sich naturgemäß beleidigt, sind doch etliche von ihnen selbst schwul. Die Wortwahl des Papstes löste nicht nur bei ihnen breite Empörung aus, sondern sorgte auch international für einen Skandal.

Homosexualität gilt in der Kirche nach wie vor als schwere Sünde. Schwule werden von der Priesterausbildung ausgeschlossen, wenn ihre sexuelle Orientierung bekannt ist. Die geltenden Richtlinien der römisch-katholischen Kirche sind in dieser Frage eindeutig. Sie wurden 2005 unter Papst Benedikt XVI. (1927 - 2022) festgelegt und zuletzt 2016 von Papst Franziskus bestätigt.

Eine Woche später entschuldigte sich das jetzt verstorbene Kirchenoberhaupt öffentlich für seine unleidlichen homophoben Äußerungen. Das jahrtausendealte Fehlverhalten der katholischen Kirche gegenüber Homosexuellen hat er nie infrage gestellt, geschweige denn beendet. Bis in alle Ewigkeit.

Ruhe in Frieden
Jan
Webmaster
vom homo.net Team

 

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